
Erster „Tag der offenen Gartentür“ in Kleiningersheim
Landesweit hatte der Landesverband der Obst- und Gartenbauvereine am Sonntag zum „Tag der offenen Gartentür“ aufgerufen. In Kleiningersheim folgten die Besitzer von vier prächtigen Gärten diesem Aufruf – und machten den Tag für viele Besucherinnen und Besucher zu einem echten Sommer-Highlight.
„Was für eine Pracht, welch eine Fülle“, staunte eine Besucherin auf dem Sonnenhof. Mehr als zwei Meter hoher Rittersporn leuchtete in allen Blautönen, sogar in Weiß, und auch die Lilien präsentierten sich kräftig wie selten. Gartenbesitzerin Irmgard Schaaf (80) nahm das Lob eher still entgegen – doch an diesem Bilderbuch-Sommersonntag war es überall zu hören. Ihr klassischer Bauerngarten ist einzigartig: Rund ums Haus ein Blütenmeer aus Rosen in vielen Farbschattierungen, dazu Hortensien, Sonnenhut, Glockenblumen, Bartnelken und Funkien. Kirsch- und Pfirsichbäumchen spenden Schatten, Himbeersträucher säumen die Gemüsebeete. Dort gedeihen Kohlrabi, Gurken, Zwiebeln, Salat, Tomaten, Wengertlauch und sogar Knoblauch. Selbst einzelne Tannen und Kiefern gehören dazu – für Puristen ein Stilbruch, für Irmgard Schaaf genau richtig: „Ich mag das, denn die sind das ganze Jahr über grün.“
Doch nicht nur der idyllisch gelegene Aussiedlerhof hoch über dem Neckar zog Gäste an. Beim ersten Anlauf des OGV Kleiningersheim konnten außerdem die Schlossgartenanlage der Familie Leibrecht sowie die Privatgärten der Familien Bätz (Wolfgrubenstraße) und Pick (Heckenstraße) besucht werden – jeder Garten auf seine Weise ein kleines Erlebnis.
Ausgangspunkt und Infopunkt war das Vereinsheim am Schönblick. Dort erhielten die Besucherinnen und Besucher eine Karte mit den eingezeichneten Stationen und – auf Wunsch – Tipps und Anregungen zur Gartengestaltung. Vor Ort unterstützten außerdem acht Helferinnen und Helfer des Vereins, um den Gartenbesitzern den Besucherandrang zu erleichtern. OGV-Vorsitzende Hilde Grabenstein sagte dazu: „Wir hätten noch viel mehr schöne Gärten hier am Ort zeigen können, aber dafür fehlt uns das Personal.“
Und ob man als Gartenbesitzer Sorge haben müsse, dass viele Besucher Schaden anrichten? Kurt Bock brachte es gelassen auf den Punkt: „Nein – Gartenfreunde zertrampeln nichts.“